Wärmepumpe, Fernwärme oder Gasheizung: Was passt zu Deinem Haus?

Es gibt drei realistische Wege aus der Gasheizung, und keiner passt überall. Die Wärmepumpe ist der Regelfall, Fernwärme nur dort, wo ein Netz liegt oder gebaut wird, ein neuer Gaskessel nur noch als Übergang. Entscheidend ist nicht das Baujahr Deines Hauses, sondern die Vorlauftemperatur und die Planung Deiner Kommune.
STAND: SEPTEMBER 2026

3,4

Jahresarbeitszahl im Mittel, gemessen an 61 Wärmepumpen in Bestandsgebäuden

2,6 bis 4,9

Spanne derselben Messung. Das Gebäude entscheidet, nicht die Technik

7 Cent

je Kilowattstunde Wärme mit der Wärmepumpe, gegen 12,6 Cent mit Gas

Sinnbild für den Vergleich verschiedener Heizungslösungen

Welche drei Wege gibt es aus der Gasheizung?

Wärmepumpe, Fernwärme oder vorerst weiter mit Gas. Mehr steht für die allermeisten Bestandsgebäude nicht zur Wahl. Welcher Weg der günstigste ist, hängt an drei Fragen: Wie warm muss das Wasser in Deinen Heizkörpern werden, liegt ein Wärmenetz in der Straße, und wie alt ist Dein jetziger Kessel.

Wärmepumpe

Der Regelfall. Passt fast überall, wenn die Vorlauftemperatur stimmt. Höchste Anschaffung, niedrigste Betriebskosten, volle Förderung.

Fernwärme

Nur wo ein Netz liegt oder gebaut wird. Wenig Aufwand im Haus, dafür Bindung an einen Anbieter ohne Preiswettbewerb.

Gas

Nur noch als Übergang. Niedrigste Anschaffung, keine Förderung, steigende Netzentgelte und CO2-Kosten über zwanzig Jahre.

Wann passt eine Wärmepumpe?

Die verbreitetste Sorge lautet, im Altbau funktioniere das nicht. Die beste verfügbare Datenlage widerspricht: Eine vierjährige Feldmessung an 61 Wärmepumpen in Bestandsgebäuden ergab eine Jahresarbeitszahl von 3,4 im Mittel. Aus einer Kilowattstunde Strom werden also 3,4 Kilowattstunden Wärme.

Die Spanne von 2,6 bis 4,9 ist allerdings groß, und sie erklärt sich über das Gebäude, nicht über das Gerät. Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto besser die Zahl. Das ist der Grund, warum ein hydraulischer Abgleich und einzelne größere Heizkörper oft mehr bringen als ein teureres Gerät.

Eine Fußbodenheizung ist hilfreich, aber keine Bedingung. Entscheidend ist, ob Dein Haus auch mit niedrigerer Vorlauftemperatur warm wird. Das lässt sich vor dem Kauf prüfen, indem der Kessel testweise heruntergeregelt wird.

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Merke: Nicht das Baujahr entscheidet, sondern die Vorlauftemperatur. Ein gut abgeglichener Altbau schlägt einen schlecht eingestellten Neubau.

Wann passt Fernwärme?

Fernwärme ist bequem: kein Gerät im Keller, keine Wartung, wenig Platzbedarf. Sie steht aber nur zur Verfügung, wo ein Netz liegt oder nach der kommunalen Wärmeplanung gebaut wird. Das sind vor allem dicht bebaute innenstadtnahe Gebiete.

Der Preis ist der wunde Punkt. Du bist an einen Anbieter gebunden und hast keinen Wettbewerb, der ihn diszipliniert. Prüfe die Preisgleitklausel im Vertrag und die Laufzeit, bevor Du unterschreibst.

Wann ist Bleiben bei Gas noch vertretbar?

Ein funktionierender Kessel, der jünger als etwa zehn Jahre ist, muss nicht sofort raus. Wer aber jetzt einen neuen Gaskessel einbaut, trifft eine Entscheidung für die nächsten zwanzig Jahre, ohne Förderung und gegen steigende Netzentgelte und CO2-Kosten.

Sinnvoll bleibt Gas dort, wo die Fernwärme absehbar kommt und der jetzige Kessel die Wartezeit überbrücken kann. Als Dauerlösung ist es die teuerste der drei Optionen.

Förderung: welche Zuschüsse es für welche Technik gibt

Was gibt am Ende den Ausschlag?

Nicht die Technik, sondern der Ort. Ob ein Wärmenetz kommt, wie stark die Netzentgelte Deines Gasnetzbetreibers steigen und welche kommunale Förderung es gibt, unterscheidet sich von Straße zu Straße. Zwei bauartgleiche Häuser in verschiedenen Gemeinden können zu verschiedenen Ergebnissen kommen.

Deshalb führt an einer Rechnung für Deine Adresse kein Weg vorbei. Durchschnittswerte beantworten die Frage nicht, um die es geht.

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