Was kostet der Wechsel von Gas auf Wärmepumpe?

In der Anschaffung kostet eine Wärmepumpe deutlich mehr als ein neuer Gaskessel, im Betrieb deutlich weniger. Ob sich das rechnet, entscheiden drei Größen: die Förderung, der Strompreis und die Netzentgelte Deines Gasnetzbetreibers. Wann der Umstieg für Dein Gebäude wirtschaftlich wird, hängt an Deiner Adresse.
STAND: SEPTEMBER 2026

22.500 €

Richtwert für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Bestand, komplette Anlage inklusive Einbau

30 bis 70 %

Fördersatz auf die tatsächlichen Kosten. Bis zu 80 Prozent sind nur bei niedrigem Haushaltseinkommen möglich

7 Cent

je Kilowattstunde Wärme mit der Wärmepumpe, gegen 12,6 Cent mit Gas

Heizkörper als Sinnbild für Heizkosten

Aus welchen drei Blöcken bestehen die Kosten?

Wer die Kosten eines Heizungswechsels vergleicht, muss drei Dinge trennen. Erstens die einmalige Anschaffung samt Einbau. Zweitens die Förderung, die davon abgeht. Drittens die laufenden Kosten über die nächsten fünfzehn bis zwanzig Jahre. Der dritte Block entscheidet am Ende, denn er läuft weiter, wenn die Rechnung des Installateurs längst bezahlt ist.

Was kosten Anschaffung und Einbau?

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet als komplette Anlage im Bestandsgebäude rund 22.500 Euro. Der Wärmeerzeuger allein liegt bei 8.000 bis 16.000 Euro, der Rest entfällt auf Speicher, Zähler, Pumpe und Einbau. Eine Erdwärmepumpe kommt auf etwa 28.500 Euro, weil Kollektoren oder eine Bohrung dazukommen. Ein neuer Gas-Brennwertkessel liegt als komplette Sanierung bei rund 10.000 Euro.

Dazu kommen im Bestand typischerweise 2.000 bis 10.000 Euro für Anpassungen am Haus. Die größten Posten:

Hydraulischer Abgleich: 750 bis 1.200 Euro, inklusive Heizlastberechnung und Einstellung der Ventile.

Größere Heizkörper: 150 bis 450 Euro je Heizkörper. Meist reichen zwei bis vier Stück in den Räumen mit der höchsten Heizlast.

Fußbodenheizung nachrüsten, falls gewünscht: 30 bis 120 Euro je Quadratmeter im Fräsverfahren. Für ein Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern sind das 3.300 bis 17.500 Euro. Das ist die teuerste Einzelmaßnahme und in vielen Häusern nicht nötig.

Für Pufferspeicher und einen neuen Zählerschrank nennen wir bewusst keine Zahl. Zu beiden Posten gibt es keine belastbare öffentliche Preisstatistik, die Spannen im Netz gehen weit auseinander. Lass sie im Angebot einzeln ausweisen.

Checkliste auf einem Bildschirm, sinnbildlich für die Prüfung der Förderfähigkeit

Wie stark senkt die Förderung den Eigenanteil?

Seit dem 21. Juli 2026 gelten neue Sätze. Die Grundförderung beträgt 30 Prozent. Wer eine mindestens 20 Jahre alte Gasheizung austauscht, bekommt zusätzlich 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus, früher waren es 20. Dazu kommt ein Einkommensbonus, der jetzt gestaffelt ist: 40 Prozent bis 30.000 Euro zu versteuerndem Haushaltseinkommen, 30 Prozent bis 40.000 Euro, 10 Prozent bis 50.000 Euro. Mit mindestens einem minderjährigen Kind im Haushalt wird das anrechenbare Einkommen um 10.000 Euro reduziert. Der Effizienzbonus ist ersatzlos entfallen.

Für die meisten selbstnutzenden Eigentümer liegt die Obergrenze bei 70 Prozent. Die 80 Prozent sind nur bei niedrigem Haushaltseinkommen erreichbar. Die förderfähigen Kosten für die erste Wohneinheit sind bei 28.000 Euro gedeckelt. Wichtig zu verstehen: Gefördert wird ein Prozentsatz Deiner tatsächlichen Kosten, nicht der Höchstbetrag. Wer eine alte Gasheizung austauscht und keinen Einkommensbonus bekommt, liegt bei 46 Prozent. Auf eine Anlage für 22.500 Euro sind das rund 10.400 Euro Zuschuss und etwa 12.100 Euro Eigenanteil.

Alle Fördersätze und Bedingungen im Detail

Was kostet der Betrieb, Gas oder Wärmepumpe?

Der Vergleich läuft über den Preis je Kilowattstunde Wärme, nicht je Kilowattstunde Energie. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Bestand erreicht im Mittel eine Jahresarbeitszahl von 3,4. Aus einer Kilowattstunde Strom werden also 3,4 Kilowattstunden Wärme.

Mit einem Wärmepumpentarif von 24 Cent je Kilowattstunde kostet die Kilowattstunde Wärme rund 7 Cent. Erdgas liegt bei 11,93 Cent je Kilowattstunde; nach Kesselverlusten sind das rund 12,6 Cent je Kilowattstunde Wärme. Das ist gerechnet, nicht zitiert: Deine Werte hängen an Tarif, Anlage und Gebäude.

Welche Heizung zu Deinem Haus passt

Warum geben die Netzentgelte den Ausschlag?

Das Gasnetz kostet annähernd gleich viel, egal wie viele Haushalte daran hängen. Steigen immer mehr Haushalte auf Wärmepumpe oder Fernwärme um, verteilen sich dieselben Fixkosten auf weniger Schultern. Dazu kommt, dass Gasnetze seit 2025 schneller abgeschrieben werden dürfen. Beides treibt das Netzentgelt je Kilowattstunde, unabhängig vom Gaspreis an der Börse.

Für 2026 stiegen die Gas-Netzentgelte im Schnitt um rund 11 Prozent, das sind etwa 0,3 Cent je Kilowattstunde. Wie es weitergeht, hängt am Netzbetreiber. Eine amtliche Langfristprognose gibt es nicht, kursierende Verdopplungsszenarien stammen aus Studien Dritter. Sicher ist die Richtung, nicht das Tempo.

Merke: Der Gaspreis kann fallen und Deine Gasrechnung trotzdem steigen. Netzentgelt und CO2-Abgabe bewegen sich unabhängig davon nach oben.

Wann rechnet sich der Wechsel?

Der wirtschaftliche Kipppunkt ist der Zeitpunkt, ab dem die Summe aus Investition und Betrieb bei der Wärmepumpe unter der beim Gaskessel liegt. Weil Fördersätze planmäßig sinken und Netzentgelte steigen, verschiebt sich dieser Punkt mit jedem Jahr des Wartens nach hinten. Rechne ihn für Dein Gebäude aus, statt Dich auf Durchschnittswerte zu verlassen.

Wie CheckHaus rechnet: Annahmen und RechenwegKipppunkt für Dein Gebäude berechnen